Elternbrief, Schülerbrief des MBJS

Elternbrief, Schülerbrief des MBJS

An die
Schülerinnen und Schüler
der Schulen im Land Brandenburg

Sehr geehrte Schülerinnen und Schüler,
Ende April 2020 hatte der Präsenzunterricht in den Schulen wieder jahrgangsweise eingesetzt, bis schließlich alle von euch wieder tageweise in die Schule kommen konnten. Um
dem Coronavirus keine Chance zu geben, hatte der Infektionsschutz Vorrang vor dem
Schulbetrieb. Und das hat wiederum zur Folge, dass ihr bis zum Beginn der Sommerferien
noch nicht wieder an allen Wochentagen in der Schule sein könnt.
Das Coronavirus hat uns alle erfahrbar gemacht, wie wichtig Schule und Unterricht sind:
 Ohne die Schule fehlt etwas Entscheidendes, und Schule ist weit mehr als nur Unterricht: Sie ist Lebens- und Erfahrungsraum, der Ort an dem man Freunde und
Freundinnen trifft und sich über Dinge austauscht, die mit dem Lernen nach Stundenplan und Rahmenlehrplan nicht unbedingt etwas zu tun haben.
 Schule gibt dem Tag auch Struktur. Es mag euch vielleicht manchmal lästig sein,
früh morgens für den Schulbesuch aufzustehen. Aber Hand aufs Herz: So ganz
ohne oder nur an dem einen oder anderen Wochentag, da fehlt etwas. Und auch
der Schulschluss gibt dem Tag einen Rahmen: Man hat etwas geschafft, es beginnt
ein weiterer Tagesabschnitt, egal ob noch Hausaufgaben zu erledigen sind oder
gleich Freizeit ist.
 Und schließlich der Wunsch, Neues zu lernen: Auch wenn ihr in den letzten Monaten zu Hause viel geübt und wiederholt habt, es kommt unweigerlich der Punkt, an
dem man wieder etwas Neues dazulernen und weiterkommen möchte, weil die
Neugier gestillt werden will und das besser geht, wenn Lehrerinnen und Lehrer
euch dabei unterstützen.
In meinem Schreiben vom 15. Mai 2020 musste ich euch noch die Antwort auf die Frage
schuldig bleiben, wie es Anfang August nach den Sommerferien mit der Schule weitergehen werde.
Ich hatte euch versprochen, dass ihr meine Antwort noch vor den Sommerferien bekommen
werdet. Und hier ist sie nun:
Weil die Maßnahmen zum Schutz vor der Corona-Infektion bisher gut gewirkt haben und
die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus sehr niedrig ist, sollen nach den Sommerferien ab Montag, dem 10. August 2020, Schule und Unterricht wieder planmäßig für alle von euch beginnen. Voraussetzung dafür ist, dass es dabei bleibt, dass sich nur sehr wenige Menschen infizieren.
Sicherlich habt ihr auch wieder viele Fragen. Einige kann ich euch beantworten, auf andere
werdet ihr von eurer Schule in Kürze Antworten bekommen.
 Was erwartet mich in der Schule?
Ihr werdet wieder am Unterricht nach Stundentafel teilnehmen können.
Weil aber aus gesundheitlichen Gründen nicht alle Lehrerinnen und Lehrer im Unterricht in der Schule eingesetzt werden können, wird es Wahlunterricht sowie Förder- und Teilungsunterricht und Ganztagsangebote nur in eingeschränktem Umfang
geben können. Aber die ganze Stundentafel mit allen Fächern soll für jede Jahrgangsstufe durch die Schule abgesichert werden.
Und der Präsenzunterricht soll ergänzt werden durch die Lehrkräfte, die aus gesundheitlichen Gründen Dienst im HomeOffice tun. Diese werden euch aus der Ferne von
ihrem Arbeitsplatz zu Hause durch Lernangebote unterstützen, wenn dies erforderlich ist.
 Kann ich etwas tun, damit die Erfolge beim Infektionsschutz gesichert werden und
der Regelbetrieb gut ins Laufen kommt?
Durchaus eine ganze Menge!
 Der Mindestabstand zwischen euch und euren Mitschülerinnen und Mitschülern sowie den Lehrkräften entfällt zwar zum Beginn des neuen Schuljahres.
Aber es empfiehlt sich weiterhin, Abstand zu anderen Personen zu halten!
 Im öffentlichen Nahverkehr (Schulbus, Tram, Bahn) immer einen Mund- und
Nasenschutz tragen!
 Achtung beim Husten: Immer ins Taschentuch oder in die Armbeuge!
 Regelmäßig die Hände gründlich mit Wasser und Seife waschen!
 Den Klassenraum regelmäßig und ausgiebig lüften!
 Augen, Nase und Mund möglichst nicht berühren!
 Handys, andere Gegenstände und Essen nicht ausleihen und nicht tauschen!
Mit euch hoffe ich, dass das Coronavirus weiterhin in Bann gehalten werden kann und das
Schuljahr 2020/2021 wieder im Regelbetrieb durchgeführt werden kann.

Bitte bleibt gesund, genießt die Sommerferien und die Vorfreude auf den 10. August!
Im Auftrag
Regina Schäfer
Leiterin der Abteilung für Schule und Lehrerbildung

 

 

An die
Eltern und Erziehungsberechtigten
der Schülerinnen und Schüler
der Schulen im Land Brandenburg

 

Sehr geehrte Damen und Herren,
seit Ende April 2020 der Präsenzunterricht in den Schulen aus Gründen des Infektionsschutzes in zeitlich leider nur sehr eingeschränktem Umfang sukzessive wieder eingesetzt
hatte. Viele von Ihnen haben Frau Ministerin Ernst und mir mitgeteilt, dass sie eine beherztere Öffnung der Schulen für angemessen erachtet hätten, einige wenige aber auch, dass
sie sich ein vorsichtigeres Vorgehen gewünscht hätten.
Mir ist bewusst, dass Ihren Kindern nach Wochen der Abwesenheit der regelmäßige soziale
Kontakt zu ihren Mitschülerinnen und Mitschülern sowie Lehrkräften, aber auch das strukturierte Lernen fehlten. Allen an Schule Beteiligten wurde so schmerzhaft bewusst, was
Schule ist und leistet: Lern- und Lebensort für Kinder und Jugendliche, der Funktionen bündelt, die so kein anderer Lebensbereich übernehmen kann.
Naturgemäß ist aktuell nichts über das Infektionsgeschehen zum Zeitpunkt des Unterrichtsbeginns bekannt. Aber die bisherige Entwicklung des Infektionsgeschehens, die
wissenschaftlichen Erkenntnisse über das Virus und die Äußerungen führender Virologen erlauben eine zuversichtliche Perspektive. Die Landesregierung hat vor dem Hintergrund der guten Entwicklung des Infektionsgeschehens die Lage neu bewertet und
sich für die Rückkehr zum Regelbetrieb für die Schulen im Schuljahr 2020/2021 entschieden. Sehr bewusst war dabei, dass eine Fortsetzung der jetzigen Situation für Ihre
Kinder mit starken Eingriffen in die schulische Entwicklung verbunden wäre.
Im Folgenden gebe ich Ihnen einen Überblick darüber, was dies für Sie und Ihre Kinder
bedeutet.
Zuvor aber will ich Ihnen sehr herzlich für das danken, was Sie in den zurückliegenden
Monaten für die Bildung, Erziehung und Betreuung geleistet haben, weil die Schulen und
Lehrkräfte aufgrund der coronabedingten Einschränkungen nicht in dem üblichen Umfang
leisten konnten. Sie waren in einem Maße in die Bildungsprozesse ihrer Kinder eingebunden, das zeitlich und qualitativ über die gewohnte elterliche Unterstützung und Begleitung
des ungestörten Schulbesuchs hinausgeht.
Die Lehrkräfte haben Ihre Kinder in der Zeit, in der kein Präsenzunterricht in den Schulen
stattfinden konnte, so gut wie möglich durch unterschiedliche Angebote des Distanzlernens
beim Lernen zu Hause unterstützt. Aus Ihren Zuschriften weiß ich von gelungenen Beispielen für das Lernen auf Distanz, aber auch, dass sich die Lehrkräfte von heute auf morgen
völlig umstellen mussten. Im Schuljahr 2020/2021 wird daher ein besonderer Schwerpunkt
auf der Beratung und Fortbildung der Kollegien zur qualitativen Entwicklung des mediengestützen Distanzlernens liegen, mit dem auch das laufende Investitionsprogramm aus Mitteln des Digitalpakts noch intensiver als schon bisher vorgesehen unterstützt wird.
Weil die Infektionsschutzmaßnahmen gewirkt haben, ist der Regelbetrieb an den Schulen
nach gegenwärtigem Stand des Infektionsgeschehens möglich, wenn bestimmte Rahmenbedingungen eingehalten werden.
Regelbetrieb meint die planmäßige Organisation von Präsenzunterricht für alle Jahrgangsstufen entsprechend der Stundentafel sowie bestimmte Zusatzunterrichtsangebote und eine auf den Präsenzunterricht und den pädagogisch begründeten Bedarf einzelner Schüler/innen oder der Lerngruppen abgestimmten Planung für das Distanzlernen, die von den
Lehrkräften und dem sonstigen pädagogischen Personal im HomeOffice abgesichert wird.
Das heißt, dass Sie Ihre Kinder wieder verlässlich jeden Tag zur Schule schicken können.
Manches zusätzliche Unterrichtsangebot, das normalerweise die Schulen bereithalten
(bspw. Wahl- oder Förderunterricht, Arbeitsgemeinschaften, ganztagsschulische Angebote) wird aber im Schuljahr 2020/2021, nur eingeschränkt oder unter Umständen auch
(zunächst) noch nicht organisiert werden können.
Auch im Schuljahr 2020/2021 werden Lehrkräfte, die ärztlich attestiert bestimmten Risikogruppen angehören, nicht im Präsenzunterricht eingesetzt werden können. Diese werden
im HomeOffice Dienst tun und bei der Vor- und Nachbereitung des Präsenzunterrichts sowie bei der Begleitung des Distanzlernens mitwirken. Die staatlichen Schulämter werden
im Rahmen des Möglichen schulübergreifende personelle Unterstützung organisieren und
mit der Einstellung von Vertretungslehrkräfte die Bewältigung personeller Engpässe zu lindern versuchen. Aber es wird, und dafür bitte ich Sie schon jetzt um Ihr Verständnis, manches von Ihnen und Ihren Kindern gewohnte oder erwartete unterrichtliche Zusatzangebot
im Schuljahr 2020/2021 nicht geben können.
Bestimmte Rahmenbedingungen sind von besonderer Bedeutung dafür, dass die Erfolge
bei der Eindämmung des Infektionsgeschehens nicht aufs Spiel gesetzt werden:
 Bitte denken Sie daran, dass Ihr Kind eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen muss,
wenn es den Schülerverkehr nutzt.
 Die Schulleiter/innen mit ihren Kollegien und in Zusammenarbeit mit den Schulträgern
tun das ihnen Mögliche, um die Schule zu einem Ort zu machen, in dem Ihre Kinder
so sicher sind, wie dies in den gegenwärtigen Zeiten möglich ist.
 Sie entscheiden über den Schulbesuch, wenn ein Arzt attestiert, dass ihre Kinder
oder andere Angehörige Ihres Haushalts einer Risikogruppe angehören. Weisen Kinder Erkältungssymptome (u.a. Husten, Fieber, Schnupfen, Halsschmerzen) auf, lassen Sie sie bitte solange zu Hause, bis sie wieder vollständig symptomfrei sind. Und
bitte entschuldigen Sie Ihr Kind in der Schule.
Am Ende des Schuljahres 2019/2020 werden die Lehrkräfte mit für jede Klasse eine Dokumentation der nicht mehr vermittelten Lerninhalte erstellen, und zum Beginn des Schuljahres 2020/21 wird ergänzend die individuelle Lernausgangslage in den Jahrgangsstufen der
Primar- und der Sekundarstufe I erhoben.
Bis Ende August 2020 wird aufgrund der Ergebnisse der Erhebung der Lernausgangslage
entschieden, ob ein optionales schulisches Angebot in den Herbstferien 2020 notwendig ist
und organisiert werden muss und ob Unterricht am Sonnabend erforderlich ist und wenn ja,
jeweils für welche Zielgruppen. Bis Ende November 2020 wird entschieden, ob und für welche Zielgruppen ein schulisches Angebot in den Osterferien 2021 erfolgen soll. Die Schulleiter/innen habe ich gebeten, Sie und Ihre Kinder so schnell wie irgend möglich
und am besten noch vor Beginn der Sommerferien, spätestens aber bis zum Ende der ersten Ferienwoche über den Stundenplan für den Unterricht ab dem 10. August zu informieren.

Mit freundlichen Grüßen
Im Auftrag

Regina Schäfer
Leiterin der Abteilung für Schule und Lehrerbildung